¿Qué más panas?


Wie ich bei meinem letzten Blogeintrag bereits angekündigt habe, möchte ich mich von meinem Touristenberichterstattungen zu einem Kulturreporter entwickeln. Das bedeutet, ab jetzt sollen nicht mehr die tollen Reisen im Vordergrund stehen, die ich gelegentlich mich meinen Freiwilligenfreunden unternehme. Ich werde mir eher prägende Ereignisse und Erlebnisse dieser Reisen und meines alltäglichen Lebens herauspicken, mich eher über diese Themen auslassen und nebenbei berichten, was ich sonst noch so gemacht habe. Mal sehen ob ich das hinbekomme 😉 Es gibt so viele Dinge, die hier anders laufen als in Deutschland, dass ich nicht genau weiß womit ich anfangen soll. Ich glaube aber, ich habe bereits über die chaotischen Zustände und das Recht des Stärkeren auf der Straße geschrieben. Zumindest tangential habe ich dieses Thema behandelt. Ich fange also mit einer neuen Rubrik an, die mich sehr beschäftigt und mir auch tagtäglich begegnet. Das Dienstleistungs- Kauf- und Verkaufsverhalten in Ecuador: Ich hab darüber mit einigen anderen Freiwilligen aber auch Einheimischen gesprochen um sicher zu gehen, dass ich hierbei nichts überkritisiere, wie es mir im Bezug auf andere Blogeinträge schon manchmal vorgeworfen wurde (vor allem von Jess, meiner neuen Freundin. Sie ist eine Ecuadorianerin, die ich vor gut eineinhalb Monaten kennengelernt habe und mit der ich nun eine Fernbeziehung führe, da sie wieder zurück nach Buenos Aires geflogen ist um dort ihr Studium fortzusetzen). Ich habe ihr einige Einträge Ansatzweise übersetzt und sie meinte zu mir, ich sei viel zu kritisch… Nun genug der im Vorhinein herabsetzenden Äußerungen über das, was jetzt folgt. Was man hier in einem Großteil der Läden, Verkaufsstände und Geschäfte erlebt, würde in Deutschland schlicht und ergreifend als unverschämt oder mit einem Satz wie „Der will mir ja scheinbar gar nix verkaufen…“ bewertet. In Ecuador gilt nämlich das ungeschriebene Gesetz „Unter zweimal fragen bekommt man nichts.“ Das soll heißen, dass wenn man hier zum Beispiel in einen Tabakwarenladen geht und nach einer bestimmten Zigarillo-Art fragt, dessen Geschmack und Namen man weiß, bekommt man das Päckchen zunächst nicht. Das liegt daran, dass die Besitzerin vielleicht gerade ein überaus wichtig erscheinendes Telefongespräch mit einer Freundin oder Verwandten führt und einem deshalb gerade nicht weiterhelfen kann. Sie ruft dann ihren Verkaufspartner oder hier auch häufig Ehemann herbei, damit dieser die nervigen Kunden abwimmeln kann. Ich möchte euch die Konversation gerne in einem Dialog wiederspiegeln und hoffe, dass sie euch genauso köstlich amüsiert. Zunächst aber noch der Hinweis, dass der Sprechpart von mir und Ciko durch ein G für „Gringos“ gekennzeichnet wird und das des Ehepaars durch ein D für „dueños“, zu Deutsch in diesem Fall Ladenbesitzer. G: „Guten Tag der Herr, wir wollten fragen, ob sie Zigarillos mit Vanillegeschmack haben.“ D: „Zigarillos mit Vanillegeschack?!“ „Nein sowas haben wir nicht!“ G: „Ok und auch nichts ähnliches…vielleicht mit anderen Geschmäckern wie Zimt oder sowas?“ D: „Hm das weiß ich nicht, da müsst ihr kurz warten.“ zu seiner Frau: „Schau doch mal nach ob wir sowas haben.“ Seine Frau zurück „Ein Momentchen nicht mehr“ (Un ratito no mas) G: „Ahhh schauen sie mal Herr, dort haben sie doch eine Schachtel von den Zigaretten die wir suchen…dort in der Vitrine. Die Marke heißt Jet.“ D: „Die schwarze dort im Schaufenster? Nein die ist nur zum Ausstellen da, die ist leer.“ G: schon leicht gereizt „Aber wenn sie die anpreisen, dann verkaufen sie sowas doch auch oder nicht?“ D: im weggehen vom Ladentisch „Ja eigentlich schon, aber die sind wohl gerade nicht mehr vorhanden, ausverkauft…“ G: nun zur Frau, die endlich aufgelegt hat „Also Frau, können sie bitte nochmal gucken ob sie Zigarillos mit irgendeinem Geschmack haben, denn dort haben sie zumindest die Marke, die wir kaufen wollen…“ D: greift unter die Theke und kramt in einer Plastiktüte „Hm also ich hab hier nur Schokoladenzigarillos…“ G: „Wirklich nichts anderes?“ D: guckt noch einmal halbherzig in die Tüte und uns dann grimmig an „Nein.“ G: „Ok, Dankeschön aber mit Schokogeschmack brauchen wir halt echt nicht.“ Die beiden Deutschen begeben sich nun auf eine halbstündige Suchaktion durch das Partieviertel Quitos und in keinem Tabakwarenladen scheint es die Zigarillos zu geben, von denen die Existenz jedoch einwandfrei bewiesen ist, da sie schon konsumiert wurden. Vor gar nicht allzu langer Zeit. Schon etwas frustriert unternehmen sie einen letzten Versuch im ersten Geschäft, denn sie haben die Erfahrung gemacht, dass man öfter mal wiederkommen muss um etwas tatsächlich kaufen zu können. Außerdem haben sie sich dann beschlossen in aller größter Not den Schokogescmack zu probieren. Sie treten also ein zweites Mal in den Laden ein. G: „Hallo wir sinds nochmal, könnten sie bitte nochmal in der Tüte suchen, ob sie nicht vielleicht einen anderen Geschmack als Schokolade finden?“ Vielleicht haben sie ja etwas übersehen…“ D: „Ok, ach ja hier habe ich Minze….“ G: „Nein danke Minze möchten wir auch nicht so gerne. Haben sie wirklich kein Vanille oder Zimt oder sowas?“ „Etwas ähnliches wie die Marke JET, die dort in der Vitrine steht?“ D: „Ich schau mal nach… Ah hier hab ich eine Schachtel, ist aber kein Vanille.“ G: „Was ist es denn für ein Geschmack?“ D: „Das weiß ich nicht, steht nicht drauf.“ G: etwas genervt von der Zähigkeit dieses Gesprächs „Gut also sie können uns nicht sagen ob das ähnlich ist wie JET oder nochmal gucken ob sie nicht vielleicht was anderes finden?“ D: „Nein das ist alles was ich habe: Minze, Schoko und diese hier diese BLACK, heißen die…“ G: „Da steht kein Geschmack drauf?“ D: „ Nein aber die sind vom Geschmack ähnlich wie JETs.“ G: leider aufgrund des noch mangelnden Sprachflusses nicht mit einem sarkastischen Unterton ausgestattet „Ach wie schön, dann hätten wir doch gerne die Schachtel die so ähnlich schmeckt, wie die, die wir ihnen schon beim ersten Mal gezeigt haben!“ D: völlig unbekümmert „Gut das macht dann 4 Dollar.“ Die beiden Ausländer bezahlten die Schachtel, konsumierten sie und stellten dabei fest, dass der Geschmack absolut nicht ähnlich ist. Es schmeckte nach Anis. Wie dem auch sei, diese Geschichte beschreibt auf den Punkt genau, was einem hier bei einem Großteil der Verkäufer passieren kann. Oder aber, vor allem wenn man auf die touristischen Märkte geht, wollen einem die Menschen so gerne etwas verkaufen, dass sie einem ihr komplettes Sortiment plus Preise unter die Nase reiben und das ganze ziemlich laut =). Was mich jedoch zumindest genauso wenig zum kaufen animiert, wie jemand, der mir keine Auskunft gibt. Nun ist es so, dass einem dieses Phänomen auf amüsante Weise unterkommen kann. Wenn der in die Jahre gekommene Friseur, zum Beispiel, in seinem leeren Saloon in einem Stuhl beim Zeitunglesen eingeschlafen ist. Oder wenn die Familie, der ein Schuhladen gehört, aufgrund der Tatsache, dass ihre Lieblingssoap im Fernsehen läuft, gerade keine Sprechstunde hat. Wenn man Pech hat, kann dieses unbekümmerte Verhalten aber auch ziemlich schief gehen. Als ich mit Ciko vor zwei Wochen in Baños zum Quadfahren war, handelten wir mit einem recht netten Kerl einen guten Preis aus und freuten uns auf eine 5 stündige Tour durch die Berge. Wir brauchten keine Fahrerlaubnis und wurden auch nur Crashkurs mäßig in die Materie eingeführt. Wir brausten los mit den doch recht Leistungsstarken Gefährten und nach einem kurzen Stopp am Ortsansässigen Markt tauchte schon das erste Problem mit meinem Quad auf. Der Motor sprang nicht an… mit anschieben ging es jedoch recht flott weiter. Als wir einen netten Ort zum Fotoschießen fanden (wir wollten zu diesem Zwecke nochmal an flaches Flussbett durchqueren) viel mein Motor wieder aus. Diesmal mitten im Fluss.

Mit viel Mühe schafften wir ihn wieder zum Laufen zu bringen fuhren jedoch zurück um meine Maschine umzutauschen, da wir uns weitere Querelen ersparen wollten. Recht entgegenkommend tauschten die Mitarbeiter das Quad auch ein und ich tauschte mit Ciko den Untersatz. Bevor wir wieder aufbrachen, fragte Ciko einen Angestellten aber noch, ob die Schrägstellung, meines linken Vorderrades normal sei. Die Antwort war „Ja“. Wir entschieden uns für eine andere Strecke, die mehr ausgebaute Straße beinhaltete, damit wir schneller in die Wildnis kamen, denn unsere Motorräder fuhren bis zu 70 km/h schnell, wenn man sie ordentlich trat. Nach ca. 20 Minuten bogen wir in einen steilen Schotterweg ab und Ciko machte mich darauf aufmerksam, dass mein linkes Vorderrad bedrohlich schlenkerte. Wir hielten an und stellten mit Erschütterung fest, dass 3 von 4 Schrauben fehlten! Sie mussten wohl abgefallen sein, denn als wir aufbrachen war bis auf die Schrägstellung, die Ciko bemängelte, alles augenscheinlich in Ordnung. Das Ende vom Lied war, dass wir ein Pick- Up- Taxi für mein Quad anhalten mussten und zur Vermietung zurück fuhren. Dort wurden wir von dem Mann, der mit uns den Vertrag abgeschlossen hatte mächtig angeblafft. Er meinte, er würde uns einfach das Geld für die letzten 3 nicht gefahrenen Stunden wiedergeben, weil wir ihm zu viele Probleme machen würden. Wir waren natürlich reichlich aufgebracht, denn in Anbetracht der Tatsache, dass es mich in der nächsten scharfen Kurve wohl zerrissen hätte, fanden wir es eine Unverschämtheit, wie er uns die Schuld dafür gab, dass er seine Fahrzeuge nicht watet. Wir mussten letztendlich mit ihm darüber Verhandeln wie viel Entschädigung er uns für das Geschehene gab. Nach ewiger Diskussion kamen wir dann auch tatsächlich zu einer halbwegs akzeptablen Lösung. Er berechnete nur Ciko die eineinhalb Stunden, die wir gemeinsam damit verbracht hatten, aus dem Ort herauszufahren und wieder zurückzukehren, da irgendetwas kaputt war. Wenn man außer Acht lässt, dass wir in Deutschland erstens uns gar keine Maschinen hätten ausleihen dürfen und selbst wenn wir die Befugnis dafür hätten vorweisen können, Quads in Topverfassung ausgeliefert bekommen hätten wären uns die Besitzer um den Hals gefallen, weil wir nach so einem Vorfall nicht die Polizei einschalten um sie zu verklagen. Jedenfalls hätte wohl niemand die Dreistigkeit besessen über das „Schmerzensgeld“ zu verhandeln mit vollem Bewusstsein, dass es seine Schuld ist.

Aus diesen beiden Extrembeispielen nehme ich schließlich mit, dass man über die meisten Eigenarten der ecuadorianischen Geschäftsbeziehungen lächeln kann. Oder es geht etwas unglücklicher aus… Gesunde Grüße aus Quito, euer Yannis.

Lesen sie nächstes Mal in der kulturellen Aufklärungsserie „Kosenamen und Verniedlichungen in Ecuador“

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Weihnachtszeit


13 Grad und Dauerregen. Vereinzelt flattern noch die rot-blauen Quitoflaggen an den Schaufenstern, große Banner hängen schlecht festgeklebt an Türen während mittlerweile an jeder Ecke Wellblechkonstruktionen erbaut worden sind, die Weihnachtskitsch verkaufen.

Alle kleinen tiendas, von denen man bis Ende November nicht sagen konnte, was genau sie nun verkaufen oder was ihr Klientel ist, rüsteten um. Nicht ganz so früh wie in Deutschland, aber mindestens genauso ausgiebig. Angeschafft haben sie sich alle das gleiche. Plastikweihnachtsbäume, die leuchten und wenn man Pech hat auch singen, den dazugehörigen Plastikschmuck wie: Kugeln, Sterne, Lametta und natürlich die scheinbar auf der ganzen Welt beliebten Schneekugeln. Auf die Frage hin, warum es hier auch Schneekugeln gibt und keine Regen- oder Wolkenkugeln, antwortete mein Vater: „Nun ja die Weihnachtsgeschichte beinhaltet nun mal Winter und zum Winter gehört eben Schnee“. Schon merkwürdig, dass sich die Ecuadorianer nicht eingestehen, dass sie Schnee höchstens aus der Ferne gesehen haben, wenn es nachts besonders kalt war und auf knapp 5000m Höhe demnach etwas runterkam. Das heißt  eigentlich können sie gar nicht behaupten, dass zum Winter Schnee gehört, zumal es hier offiziell garkeinen Winter gibt. Höchstens eine Regenzeit, zu der die richtig hohen Berge bis vormittags öfter mal mit Schnee bedeckt sind.

Ich muss zugeben die Frage war auch insofern unnötig, als dass eine Wolkenkugel recht doof aussehen würde und eine Regenkugel ziemlich unnötig wäre, weil die Konsistenz eh schon flüssig ist.

Die Werbung hat den Menschen hier wohl das Bild vermittelt, dass zur Weihnachtszeit Schnee dazugehört, denn auch im Fernsehen vergeht keine der üppigen Werbepausen ohne, dass ein verschneiter Monitor mit Kindergeträller im Hintergrund einen dazu animieren möchte in die dekadenten Shoppingmalls zu gehen. KFC hat Weihnachtsplastiktüten mit Schneeflocken und auch die 5 Litereimer, aus denen man ihre mit Antibiotika gemästeten Chickenwings fressen kann, sind durch die Eiskristalle super weihnachtlich angehaucht.

Das klingt jetzt so, als hätte ich einen unheimlichen Hass gegenüber alledem entwickelt, aber ich kann euch beruhigen, den hatte ich schon in Deutschland. Nur sind die hecktisch blickenden Leuchtketten in den Fenstern noch weniger zu ertragen, wenn man den bitteren Geschmack nicht mit Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt herunterspühlen kann, der mit Holzfiguren und Honigkerzen noch ein bisschen versucht das Ganze stilvoll zu gestalten. Außerdem ist die Aussicht, dass es nicht kälter wird und ein bisschen Schnee fällt, wie es in Alemania die letzten Winter ab und zu der Fall war, recht trist.

Im „Condado Shopping“, in dem die reichen Menschen bei mir in der Gegend mit ihrem SUV bis in die Tiefgarage fahren können, zu der sie ein eigener Einkaufsguide mit vollem Einkaufswagen zurückbegleitet, dürfen die verwöhnten Kinder im Untergeschoss in einer weißen Plastikwelt, zwischen Schneemännern und Tannenbäumen, auf Skiern herumrutschen oder sich von Angestellten auf Schlitten herumziehen lassen. – Meine Kinder in der Schule wissen übrigens nicht einmal das spanische Wort für Schneemann.

 

Doch genug der schlechten Worte. Auch hier kann man Plätzchen backen um das ganze angenehmer zu gestalten, wenn man die Gasöfen zu bedienen gelernt hat. Die ersten Vanillekipferl des Jahres sind daher ein wenig verbrannt, doch mit ordentlichem Zuckerguss, genoss meine gesamte Familie die Mogelpackung.

 

Am 17. Dezember dann, feierten die Freiwilligen von VASE ihr Weihnachtsfest in einem von uns ausgewählten Projekt. Wir entschieden uns für das „Camp Hope“, einer integrierenden Schule/Tagesstätte für teils schwer behinderte Kinder aber auch für völlig gesunde Grundschüler.

Von einem sehr aktiven Komitee aus unserer Organisation, wurde ein Tagesplan entwickelt, mit verschiedenen Workshops, an denen jedes Kind teilnehmen sollte. So verbrachten alle Kinder und Freiwillige den Vormittag damit zu basteln, zu singen oder zu backen. Da das Beste zum Schluss kommt, hatten wir noch ein Theaterstück mit den typischen Figuren (Rentiere, Weihnachtsmann, Elfen) geplant. Eine Besetzung der Elfen kam jedoch nicht, deswegen musste ich, das stumme Rentier, an einem Vormittag einen völligen Imagewechsel durchmachen und einige Zeilen Text lernen. Zudem fehlte uns ein Schlitten, auf dem Marcel, der Weihnachtsmann, durch den Raum gezogen wird. Wir hatten die geniale Idee dafür einen ausrangierten Rollstuhl zu benutzen und waren recht viele Arbeitsstunden damit beschäftigt den Stuhl zu einem Schlitten zu machen. An den Arbeitsgruppen nahmen wir deshalb nur sporadisch teil, weil wir auch noch eine CD für die musikalische Untermalung brennen und einige andere kleine Requisiten basteln mussten.

Das Theater an sich war dann dadurch aber auch ein voller Erfolg, alle hatten ihren Spaß und ich beherrschte meinen Text fast einwandfrei. Zu allerletzt verteilte der Weihnachtsmann dann noch Geschenke an alle Kinder. Somit waren alle zufrieden. Die  kleine Wichtelrunde unter uns Freiwilligen ließ im Nachhinein auch kein trauriges Gesicht zurück, auch wenn es in der Beschaffung der Geschenke einige Probleme gab und ich es wieder erst auf den letzten Drücker besorgen konnte.

 

In der Schule verlief die Vorweihnachtszeit relativ sinnlich, da die Kinder vor den Ferien noch Examen zu absolvieren hatten und wir dadurch nur die Themen wiederholten, die wir schon vorher behandelt hatten. Dies lief dann bei mir meistens so ab, dass ich mich mit einer kleineren Gruppe der Klasse zusammensetzte, die besonders wenig verstanden hatten um noch einmal die Basics zu wiederholen. Das lag mir wirklich gut, weil ich Erfolge erzielte und das ganze wirklich komplett ohne Beisitzer machen konnte, sprich auf meine Art und Weise.

Außerdem machten Moritz und ich uns ein weiteres Mal unsterblich im Ansehen der Schulleitung, weil wir ganz tolle Ideen für die Schulinterne Weihnachtsfeier hatten. Wir schlugen vor, das Aude, unsere Schweizer Kollegin in ihrem Kunstunterricht mit den Kindern Taschen bastelt, in die wir dann von Moritz gebackene und von Daniela gekaufte Plätzchen packen können. Diese Taschen verkauften wir dann mit lauten „La fundita de Calletitas cincuenta centavitos“ – Rufen wie man sie aus den Bussen kennt, für wie gesagt 50 Cent das Stück. Das führte zum Einen zu großer Belustigung der Eltern und zum Anderen zu einem gewissen Umsatz, für die Schule, die ja Großteils auf Spendengelder aus der Schweiz angewiesen ist und daher jeden Dollarito gebrauchen kann.

Außerdem hatten Moritz und ich noch ein anderes Projekt um unseren noch ausstehenden Ferientag zu kompensieren und weitere vorzuarbeiten. Wir wollten eine Torwand bauen. Leider lief es auch dabei hier wie immer. Nach dem Motto: „ Weiße haben das Geld, deswegen können wir es ihnen auch abziehen.“ Und diesmal ging es ja wirklich nicht um unsere finanzielle Lage. Wir bekamen Rückendeckung von der Schulleitung, die uns die Kosten erstatten wollte. Wir kauften dann also letztendlich eine 2*2,40m große Schrottspanplatte und machten uns an die Arbeit. Auch dabei war so ziemlich alles improvisiert, wir sind ja schließlich in Ecuador. Wir bastelten uns wie die alten Griechen einen Zirkel aus Nagel und Schnur um die Löcher für die Bälle aufzuzeichnen. Zu mehr reichte es am Samstag nicht mehr, da noch ein Weihnachtsessen zwischen alten und neuen Kollegen und Freunden von meiner Gastmama bei uns im Haus angekündigt war. Das Essen war wirklich köstlich, da Edison kochte, mein Gastbruder. Er studiert etwas in Richtung Gastwirtschaft und das beinhaltet auch praktische Kocharbeiten. Danach wurde der Abend erst richtig lustig, weil die alten Schnappsdrosseln den Rum rausholten und anfingen Schwimmen oder Einunddreißig mit Geldeinsätzen zu spielen. Da Moritz und ich noch vorhatten in einen Club zu gehen um den Geburtstag einer Freiwilligen nachzufeiern, nahmen wir die Gelegenheit wahr um einige Cents für das Taxi zu verdienen. Am Ende sind wir zwar rausgeflogen im Großen und Ganzen kamen aber um die 80 Cent dabei rum.

Am Sonntag dann ging es weiter beim Projekt Torwand. Wir sägten die Wand zu Recht und die Kreise aus. Das Alles mit einer schrecklich stumpfen Säge bzw. einer Feile, die besser funktionierte, jedoch nicht ganz so präzise.

Wir wurden auch am heutigen Tag lange nicht fertig, weil wir uns eigentlich die ganze Zeit damit beschäftigten das Chaos, was wir anrichteten wieder zu beseitigen. Ich wollte z.B. Farbe vom Dach des Kindergartengebäudes holen, um die Wand anzustreichen, doch dabei viel mir eine Dose runter und ich war noch 1 Stunde damit beschäftigt die Farbe wieder von der Treppe zu kratzen…

Letztendlich konnten wir das Projekt dann nur unter Einsatz unserer Gesundheit am letztmöglichen Montagabend halbwegs zufriedenstellend fertigstellen. Es war noch immer ein einziges Improvisierung doch es sollte den morgigen Tag und die Schüsse der Kinder überstehen, wenngleich unser Angebot „6 Schüsse – 5 Cent, für jeden Treffer ein Bonbon“ nicht wirklich ausreichend genutzt wurde um die Kosten auch nur ungefähr zu decken.

Nachdem am Dienstag, bei der offiziellen Feier der Schule dann alle Kinder reich beschenkt wurden und nach Hause gingen, bekamen wir Lehrer nochmal ein super Essen von Edison, was ich aber nicht mehr genießen konnte weil ich zu dem Zeitpunkt schon ziemlich im Eimer war. Die Nachtschicht gestern Abend im T-Shirt war nicht besonders intelligent. Also erlebte ich die letzten Stunden der Weihnachtsfeier nur noch durch einen Schleier des Fieberwahns.

Als wir zu Hause ankamen viel ich sofort ins Bett und konnte so wirklich erst wieder am 24. Dezember aufstehen. Ich bekam in der Zwischenzeit zwei super Pakete aus Deutschland, die ich auch am heiligen Morgen gleich aufmachte. Doch dieser hat hier einfach nichts mit Weihnachten zu tun. Ich geisterte den gesamten Tag durchs Haus auf der Suche nach Weihnachtlicher Stimmung und sank dann etwas deprimiert irgendwann wieder ins Bett. Die ersten Familienmitglieder kamen dann abends gegen 9 Uhr. Um halb 11 waren dann alle versammelt und um 11 wurde gegessen. Truthahn mit Kartoffelsalat. Gegen 1 Uhr gab es dann die Bescheerung, was in Anbetracht der drei Kinder unter 5 Jahren, die anwesend waren schon recht heftig war.

Auch ich wurde liebenswürdig beschenkt. Ich bekam von Alfonso und Cecilia ein T-shirt und von Edison ein „Mitte-der-Welt-Ecuador-Gedächtnis-Kitsch“ aber es war schön, dass er an was gedacht hatte. Ich stellte einfach die mir zugesandten Süßigkeiten aus der Heimat zur allgemeinen Verfügung.

Am 25. Wurde dann einfach nochmal dasselbe gegessen, nur schon am Mittag und Julika, die bei meinem älteren Gastbruder und seiner Familie wohnt, war hier und wir spielten den ganzen Tag Karten. Das wiederrum hatte dann etwas von einem gemütlichen Weihnachtsfeiertag.

Am 26. War dann kein großes Programm mehr und wir (Berrin, Josy, Ciko und Ich) nutzten die freie Zeit für ein Treffen. Dort besprachen wir dann, dass wir zwischen den Jahren eigentlich nicht im regnerischen Quito versauern wollten. Also nahmen Ciko und ich uns dann vor an die zuvor komplett ausgeschlossene Küste zu fahren. Wir machten uns also am 27. mittags los nach Ambato, wo Ciko wohnt. Wir kamen nachmittags dort an und wuschen unsere Wäsche in einer von mir seit 4 Monaten nicht mehr gesehen Waschmaschine!!! Genießen den Blick auf den noch qualmenden Tungurahua und spielten Need for Speed auf dem von seinem Bruder hinterlassenen Gamecube. Um halb 1 Uhr nachts machten wir uns dann auf den Weg ins Terminal um dort einen Bus nach Guayaquil zu nehmen. Dort kamen wir morgens gegen 8 Uhr an und erlebten einen Kinoreifen Streit zwischen zwei Busunternehmensschreiern. Um das Ganze sich bildlich vorstellen zu können muss ich ersteinmal die Umstände erklären: Wenn man in Guayaquil am Busterminal ankommt, wird man automatisch in eine riesige und moderne Halle geleitet. Dort geht zur linken und zur rechten Seite ein Flügel ab in denen sich kleine Kabinen (ungefähr 10qm) der verschiedensten Busunternehmen befinden, wo man Tickets für eine Reise kaufen kann. Der Standpunkt der Stände ist nach den Regionen aufgeteilt, in die man fahren kann. Es gibt natürlich zu jedem Reiseziel mehrere Busunternehmen, die die Kunden für sich gewinnen möchten. Also versuchen sie sich durch das laute schreien ihrer Reiseroute Gehör zu verschaffen. Das ganze hatte ich ja schon mal erlebt, wenn ihr euch an die „RIOBAMBAAAA- Brüller“ erinnert.

Diesmal jedoch saßen wir zwischen zwei Fronten, zweier Unternehmen, die nach Cuenca fuhren. Der eine Schreier hatte die eindeutig schlechtere Ausgangsposition mit seinem Stand, er war hinten in einer Ecke dazu gezwungen, wollte er die Menschen mit Informationen zuschreien, sich soweit aus seiner Hütte hinauszulehnen, dass er fast über den Tresen fiel. Richtung Mittelgang, wo die Reisenden ankamen war dann ein Verkaufstand geschlossen und dann kam auch schon die nächste Organisation. Zu der näher am Gang gelegenen kamen natürlich viel mehr Menschen, da es einfacher war und man keine 5 Meter weiterlaufen wollte. Also rief der hintere der beiden Männer ständig verzweifelt, während der vordere sich begeistert ohne große Mühe die Hände rieb. Der Hintere versuchte es mit allen Mitteln, er sprach die Gäste individuell an indem er ihnen Komplimente macht ungefähr so : „ Hallo süßes Mädchen, wir fahren nach Cuenca, wir haben bequeme Sitze, da kannst du schlafen….ach und da ist ja deine Mama, Fräulein, kommen sie doch mit ihrer hübschen Tochter zu mir….“ Leider fruchtete das nicht, den Leuten war das wohl zu aufdringlich. Also versuchte er es mit lauter Musik, die er aus seinen Computerboxen dröhnen ließ, was die Menschen aber auch eher abschreckte. Später dann war er so verzweifelt, dass er anfing den vorderen Kollegen zu beleidigen und zu versuchen, sein Unternehmen schlecht zu reden, wenn sein Gegner gerade Kunden hatte. Doch der Erfolgreichere lachte nur laut und provozierend, was den Loser noch mehr anstachelte. Nun fing er mit den richtig hässlichen Tricks an. Er rief seinen Konkurrenten auf seinem Telefon an und beschimpfte ihn darüber, was er, ich zitiere: „für ein dummer Hurensohn sei, weil er ihm die Kunden wegnimmt….sein Bus wäre eh viel besser….“

Das Schauspiel wiederholte sich dann 3- bis 4-mal und irgendwann waren wir der Meinung wir hätten alles gesehen und machten uns auf den Weg nach Puerto Lopez, an die Küste.

Dort trafen wir dann am Nachmittag ein und auf Daniel und Valentin, zwei Bauern, von einer Ökofarm, die dort auch ihr Soziales Jahr absolvierten. Um Puerto Lopez drum herum generell, kann man sehr viele schöne Dinge machen. Der Ort selber ist eigentlich nicht besonders sehenswert, dient jedoch scheinbar als Refugium, um zu sämtlichen Aktivitäten aufzubrechen. Der Strand dieses Fleckens der Erde ist zwar grundsätzlich nicht schlecht, mit den schnuckeligen Strandbars mit Hängematten, die Tankstelle mitten auf dem Wasser, versaut die Stimmung aber doch schon ziemlich. Also brachen wir dann auch den nächsten Tag zu einer kleinen Tour auf. Zum „Playa de los Frailes“ dem laut vieler Reiseführer „schönsten Strand Ecuadors“. Aus Puerto Lopez kommt man entweder per Anhalter auf einem Pick-Up raus oder mit einem der zahlreichen Moto-Taxis. Ein dreirädriges Motorrad, das hinten eine Sitzbank für drei schlanke Leute hat. Circa 25 Minuten dauerte die holperige und laute Fahrt. Doch der Strand war wirklich wunderschön und da wir uns eine Schnorchelausrüstung ausgeliehen hatten, verbrachten wir den halben Tag dort, bis der Nationalpark, zu dem der Strand gehört, um vier Uhr schloss.

Am nächsten Tag trennten sich unsere Wege, Vale wollte unbedingt auf die Isla de la Plata, die Ähnlichkeiten mit den Galapagosinseln haben soll, doch Daniel, Ciko und mir, waren 35 Dollar für „langweilige Vögel mit blauen Füßen, die dich vollkacken  und verdorrte Sträucher“ zu viel. Also fuhren wir in den anderen, historischeren Teil des Nationalparks. Nach Agua Blanca. Dort führte uns ein Einheimischer durch eine nett angelegte Museumslandschaft und Ausgrabungsstätte hindurch. Doch der eigentliche Grund, weswegen wir dort waren, war der „Kalium-schwefelhaltige  Quellteich“ in dem wir unbedingt schwimmen gehen wollten, was wir dann auch taten.

Am nächsten Morgen stießen dann noch Berrin und Josy zu uns und wir fuhren gemeinsam nach Montañita, zum Partyzentrum schlechthin in Ecuador. Und feierten Silvester. Viel muss ich dazu nicht sagen, außer dass die Ecuadorianer auch mit dem Feuerwerk nicht pünktlich sind, auch wenn wahrscheinlich 85% der Menschen am großen Strand Ausländer waren. Außerdem verbrennt man hier Puppen bzw. Figuren aus Comics, Politikern oder andere Sachen. Und zum bitteren Ende ist es blöd, wenn man kein Hostel hat und seine Rucksäcke nur in einem Schlafzimmer von Freunden aufbewahrt, weil man dann letztendlich in einen Bus morgens um halb 7 zurück nach Hause steigt, damit man noch ein bisschen Schlaf bekommt.

 

PS: Ich hab mich jetzt entschlossen, nicht mehr so viele Reiseberichte zu schreiben. Zum einen fällt es dann nicht mehr so auf, wenn die einen Monat später erst hochgeladen werden und zum anderen bin ich ja nicht zum Spaß hier 😉

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Fiesta de Quito – Kultur pur?


Das verlängerte Wochenende von Freitag dem 3. Bis Montag den 6. Dezember, war eines, weil der 6. Dezember der Unabhängigkeitstag Quitos ist. Wenn ein Gründungs- oder Unabhängigkeitstag einer größeren oder bedeutenderen Stadt in Ecuador ist, heißt das meistens: Ferien für alle!

An diesem Wochenende war das Motto Kultur schnuppern ohne Ende.

Es begann mit einer Parade in Carapungo, dem Vorort /Stadtteil, in dem sich meine Schule befindet. Dort stellten sich alle Schulen aus dem Umkreis vor und warben mit allem, was ihnen zur Verfügung stand. Sprich unser „Instituto Suizo“ wollte natürlich ihre drei weißen Lehrer unters Volk bringen, es war folglich unsere Verpflichtung und unser Vergnügen an der „Desfile“ teilzunehmen. Jede Schule hatte eine eigene Tanzgruppe + Wagen, von dem die Musik dazu kam. Außer unsere Schule. Wir hatten eine Tanzgruppe, einen Wagen, von dem Musik kommen sollte, das richtige Kabel, wurde aber nicht gefunden und deswegen noch eine Band, die die passende traditionelle Musik zum Tanz der Kids spielte. Monatelange übten ca. 50 Kinder unserer Schule diesen Tanz und mussten dafür sogar meinen Englischunterricht sausen lassen… Das Ergebnis ließ sich halbwegs sehen, da alle Kinder tolle Kostüme trugen und die durchaus motivierter wirkenden Mädchen die asynchrone Vorstellung unserer Jungs wieder herausrissen.  Das Unheil, dass kein Tanzschritt eines Jungen, dem eines anderen ähnelte, bahnte sich in den Übungsstunden schon an, es vermochte ihnen aber nicht einmal die professionelle Tanzlehrerin beizubringen, wie es funktioniert. Es war letztendlich aber auch keinem wirklich wichtig. Alle Eltern waren stolz wie Oskar und waren der Meinung, dass ihr Kind die richtige Abfolge drauf hatte =)

Moritz, Daniela (eine schweizer Freiwillige) und Ich hatten die Aufgabe die Lücken der Fahnentragenden Kinder am Ender unseres Trupps zu schließen und die Kinder in Reih und Glied zu halten. Moritz und ich nutzten die Parade außerdem noch um einen Jogoso-Rekord aufzustellen.

Für alle, die es nicht wissen, Jogoso ist eine Art gefrorener Joghurt in Plastik –Quetsch- Röhrchen, in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie „Piña- Coco“ oder „Naranjilla“ , die zu läppischen Preisen verkauft werden. Alle Verkäufer müssen eine relativ lächerliche, blau-pinke Uniform tragen, was sie aber gut erkenntlich macht. Moritz und ich jedenfalls gönnten uns, da die Verkäufer sich ziemlich zahlreich  mit dem Tempo der Parade fortbewegten 5 Stück davon.

Der Marsch durch Carapungo dauerte ungefähr 2 Stunden. Direkt danach fuhr ich mit Juan und Christian, zwei Lehrern unserer Schule, die mich für ihre Fußballmannschaft erfolgreich umworben hatten, zu deren Feld, um dort meine erste Partie zu absolvieren.

Hier gibt es verschiedene Arten Fußball zu spielen. Da es nur wenige Rasenplätze gibt, die von Amateurclubs benutzt werden können, finden die meisten Spiele auf Erd- oder Betonplätzen statt.

Unser Verein hat scheinbar erst vor kurzem zwei brandneue Spielstätten bekommen, was bedeutete, das wir Netze an den Toren hatten (das kommt hier außerhalb des bezahlten Fußballs sehr, sehr selten vor). Auf Erde spielten wir trotzdem. 7 gegen 7, zwei Mal 35 Minuten mit einem sehr harten und schweren Footsal-Ball, die sind etwas kleiner als die Originalen, mit denen in Deutschland jeder Dorfklub spielt.

Ich durfte aufgrund des Anlasses, dass ich der einzige weiße war, den die Leute jemals im Viertel und dem dazugehörigen Sportplatz gesehen hatten die Kapitänsbinde tragen. Dazu noch die bei Stürmern allseits beliebte Nummer 9…Wir gewannen prompt 6:1, ein deutsches Tor fehlte allerdings noch, weil ich aufgrund der mangelnden Kondition auf knapp 3000m Höhe und den komplett anderen Bedingungen damit zu kämpfen hatte, meinen Mageninhalt nicht auf dem Platz zu verteilen, bzw. einen geraden Pass an den Mann zu bringen. Immerhin war ich an 5 der 6 Tore beteiligt und wurde von unseren Fans (die Frauenmannschaft unseres Vereins) frenetisch bei jeder Ballberührung gefeiert.

Es hat wirklich riesig Spaß gemacht wieder auf einem „Sportplatz“ zu stehen und dann auch noch in einer für mich völlig neuen Rolle als Stürmer 😉

Zu Ende war das Spiel mit Einbruch der Dämmerung, wir tranken noch das obligatorische Bier (2 Flaschen Pilsener aus der 0.6l Flasche, mit 2 Gläsern für alle 9 Mannschaftskollegen) und Christian fuhr mich netter Weise nach Hause.

Dort schmiss ich mich direkt unter die Dusche, um dann in die Innenstadt zu fahren, wo Moritz einige coole Konzerte angekündigt hatte. Ich erwischte natürlich keinen Bus mehr zu einer größeren Station, es war ja auch schon halb 9. Ich nahm also ein Taxi bis zur „Rio Coca“ von wo auch später am Abend noch einige schnelle Busse in die Stadt fahren. Dort traf ich mich mit Fabian und wir fuhren ausnahmsweise in die Mariscal…Die Konzerte jedoch waren völlig anders als sonst und lohnten sich daher wirklich.

Der Sonntag war, soweit ich mich erinnern kann relativ inaktiv, nur landeten wir abends wieder alle in der Mariscal, ich glaube jemand wollte seinen Geburtstag feiern, deswegen.

Montag wiederum, gab’s dann Kontrastprogramm. Ich fuhr mit Ciko, der wieder in Quito war zum Konzertgelände Quitumbe, im Süden von Quito. Dort sollten The Wailers auftreten, die Band von Bob Marley. Eine Band mit demselben Namen spielte dort auch einige gute Lieder, gecovert jedoch, denn es war nur eine Nachfolgerband. Die waren echt nicht schlecht, aber wir waren ein wenig enttäuscht, als wir merkten, dass kaum einer auf der Bühne älter aussah als 35…

Nach dem Konzert verbrachten wir noch einige Zeit auf dem Festivalgelände, sahen BMX-Fahrern bei ihren Tricks bzw. Stürzen zu und schauten uns noch ein wenig von einem mittelalterlich angehauchten Konzert an. Später dann reifte in einigen von uns der Entschluss, dass wir uns eine „Desfile“ in der Innenstadt angucken wollten. Da wir fast alle sowieso wieder in den Norden nach Hause mussten, lag die Parade auf dem Weg und wir wollten ja Kultur schnuppern 😉

Das Konzept der Veranstaltung war ähnlich, wie der lokale Umzug in Carapungo. Von Tanzschulen über Mittelstufen und Internaten bis zu einer Militärkapelle und einer Gruppe der Polizei-Hundestaffel, waren alle dabei und führten Tänze, Musikstücke oder Sketche auf. Das alles in bunten, meist glitzernden Kostümen. Darunter waren Clowns, die den Leuten im Publikum Ohrfeigen verpassten oder die Ordner, am Rande der Straße verarschten, oder Künstler auf Stelzen.

Die Parade ging unglaublich lang und irgendwann ähnelten sich auch die Gruppen. Ich war aber hoch erfreut, als ich eine Gruppe sah, die den gleichen Tanz wie unsere Schüler aufführten, und das Ganze mit den identischen Kostümen.

Gegen halb 11 Uhr abends war es dann mit einem verhältnismäßig kleinem Feuerwerk vorbei und wir fuhren gen Norden a la casa…

Fazit: Ich hoffe ich kann die kommenden Wochenenden noch einige Spiele für den „Fami-Club“ absolvieren, dafür muss ich aber ein wenig Kondition aufbauen…

Die Fiestas de Quito waren ein Grund für Künstler aller Bekanntheitsgrade sich zu präsentieren, die Paraden, schienen aber etwas Traditionelles zu haben, daher war der kulturelle Auftrag, meiner Meinung nach, abgedeckt.

Sollten die Fotos nicht zeitgleich mit dem Artikel erscheinen, schiebe ich das mal wieder auf meine Internetverbindung, wird dann nachträglich hinzugefügt.

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Mein erster Urlaub in Ecuador (Teil 2 – Über die Küste zurück)


Der zweite Teil war schon ewig fertig und trotzdem habe ich es nicht geschafft ihn hochzustellen, weil noch Fotos fehlten, da ich keine geschossen habe, von Strandurlaub Land und Leuten und weil ich es mit Moritz verpasst habe, die Bilder auszutauschen. Ich hab immer noch keine, aber ich bin es jetzt Leid. Ich füge die Fotos einfach hinzu, wenn sie irgendwann ankommen…

Dann dauerte es nur noch 3 Stunden bis nach Montañita, wo uns Ciko, der von Ambato direkt dorthin kam schon erwartete. Den ersten Tag unseres Strandurlaubs verbrachten wir damit, uns ein unschlagbares Hostel zu sichern, das uns die oberste Etage des mehrstöckigen im Bambusstil gehaltenen Hauses inklusive einer eigenen Lounge vor der Tür mit Hängematten, Sitzsäcken, Tisch und Mehrblick bot. Richtig gut!

Außerdem wurden der Strand und das gesamte Dorf erkundet und mit Vergnügen festgestellt, dass wir erstmals keine Deutschen treffen würden. Es waren scheinbar nicht so viele Leute davon ausgegangen, dass man sich ohne Sonnencreme zu diesem Zeitpunkt am Meer eine Verbrennung dritten Grades holen würde, so wir Moritz und ich bei unserer Reiseplanung. Es war absolutes Scheißwetter, wir haben keine einzige Sekunde die Sonne gesehen. Dauernieselregen bei 22 Grad Lufttemperatur. Das Wasser kam einem wärmer vor.

Deswegen wurde der Plan auch schnell festgemacht, dass wir uns am 2. Tag ein Surfboard ausleihen würden.

Nur Moritz hatte ein wenig und 2 Jahre zurückliegende Erfahrung eine Welle zu reiten. Ciko und ich wollten uns auf das Gleichgewichtsgefühl verlasen, dass wir vom Snowboarden kennen… bzw. Ciko von diversen anderen Wassersportarten. Damit hatten die beiden natürlich einen großen Vorteil.

Doch nach gut einer Stunde schaffte ich es dann doch zum ersten Mal eine Welle „zu reiten“ sah bestimmt nicht sonderlich elegant aus, aber ich stand auf dem Board und schaffte es richtig zu Ende zu fahren… Dann war der Ehrgeiz natürlich wieder geweckt, weil ich merkte, dass es geht. Ich wollte dann wohl etwas zu viel und mir knallte zweimal das Brett auf den Kopf, was wiederum wieder Respekt vor der Gewalt einer Welle hervorrief.

Letztendlich, als Resümee, des Tages kann man aber sagen, es hat derbe gebockt und ich hab etwas surfen gelernt. Wir wollten am nächsten Tag dann gleich wieder ins Wasser…

Abends wurde dann in kleinerer Gruppe und wesentlich erfolgreicher gefeiert. Man hatte endlich auch mal die Möglichkeit „Einheimische“ bzw. Ecuadorianer kennenzulernen. Am nächsten Tag schlug dann leider der Versuch fehl, wieder aufs Brett zu steigen, die Moritz und ich uns die Beine dermaßen aufgerieben hatten, dass wir kaum unsere Badehosen anbekamen. Das Salzwasser tat dann an den offenen Wunden sein übriges, so dass wir dann nach einer halben Stunde aufgeben mussten, Moritz nach Hause ging uns es für mich nur noch für ein bisschen kicken am Strand reichte. Abends wurde dann sich dann ein wenig entspannt und relativ früh schlafen gegangen. Ciko und ich hatten uns am Nachmittag zuvor aber Boardshorts maßschneidern lassen, die Abends fertig wurden und wir stolz wie Oskar abholen konnten :). Der Spaß war zwar nicht ganz billig, dafür hatten wir individuelle Shorts, aus Montañita 😉

Der  dritte Tag wurde wieder am Strand verbracht, wir mussten unsere Schmuckstücke ja schließlich einweihen:P

Wir spielten eine brillante Partie am Strand, in der wir wieder gegen Uruguay gewannen, was den beiden wie ein Déjà-vu vorgekommen sein muss. Da half ihnen auch der beste Spieler auf dem Platz nichts, Herr Forlan.

Abends nahmen wir dann noch die Poolparty in unserem Standartclub war. Wie die vergangenen Tage war das Wetter bis auf die wohl durchgehenden 24 Grad absolut beschissen, es regnete immer wieder, wir sprangen aber doch noch in die Pool, so wie es sich gehörte :).

Danach zogen wir uns um und checkten erneut die Lage…es war aber nichts mehr los wo eben noch die Hütte brannte und deshalb gingen alle außer Moritz und ich ins Bett. Wir hielten es für sinnvoller, die Nacht durchzumachen und morgens um 6 die jeweiligen Busse zu schnappen. Er wollte nämlich noch unbedingt die Sightseeing-Tour in Guayaquil durchziehen, wozu ich in Anbetracht der ewigen Busfahrt und des Montagfrüh, völlig zerstörten Ankommens im Projekt verzichtete.

Blöd nur, dass unser „Direktbus“ von Montañita erstens nicht direkt nach Quito fuhr, und wir zweitens ca. 15 Stunden unterwegs waren, was im Endeffekt mehr war, als Moritz Tour. Man kann es also durchaus bereuen, wobei Moritz am Montag dann doch aussetzen musste.

Wie auch immer, wir kamen Sonntagabend schwer kaputt gegen 10 Uhr zu Hause an. Ich hatte mal wieder meinen Schlüssel nicht dabei und keiner reagierte auf meine Anrufe, woraufhin ich mich mal wieder im „Muchacho Trabajador“ einquartierte, wo ich mittlerweile bekannt wie ein bunter Hund bin.

Montag schaffte ich es dann tatsächlich pünktlich im Projekt aufzutauchen.

Alles in allem kann man sagen in diesem Urlaub habe ich sehr viel erlebt. Es war um einiges intensiver, als die bisherig verbrachten Wochenenden, da man auch mehr Zeit hatte, waren allerdings auch einige Durchhänger dabei. Cuenca war sehr cool, die Fiestas an sich sollten aber um den 6. Dezember hier in Quito besser genutzt werden, was den kulturellen Teil angeht. Meine Lust durch die Natur Ecuadors zu laufen ist ungebrochen. Es werden auf jeden Fall noch einige Berge bestiegen. Montañita eignet sich super als wilde Partystadt, nachts. Tagsüber kann man, wenn das Wetter gut ist am Strand chillen und, wenn man gut ausgerüstet ist surfen. An sich ist es aber ein verschlafenes Städtchen, das wohl nur durch die Touristenströme existiert.

Ich weiß nicht, wie oft ich noch auf die Busfahrten Lust habe, fest steht aber, Touren unter Tage zu vermeiden, weil es einfach nur schlaucht, wenn der Busfahrer an jeder Milchkanne hält um mehr Leute einsteigen zu lassen, die einem dann die ohnehin schon nicht übermäßige Beinfreiheit rauben.

Zudem bleibt aber zu sagen, wenn man die Nacht vorher mehr als 6 Stunden geschlafen hat, kann man sich durchaus über die Zahlreichen Verkäufer in den Bussen amüsieren. Auch hier reicht die Variedad von warmen Menüs über Zeitungen, Lesebrillen, und Trinken, bis hin zu schwachsinnigen Leuchtgitarren und Luftballons, die man sich um den Hals hängen kann und bei denen man sich dann fragt, wer sowas kauft, hinüber in den nebenan parkenden Bus schaut und, dort gleich drei dieser nutzlosen Exemplare entdeckt.

Es wird abzuwarten sein, wann die nächste größere Tour ansteht. Silvester werden wir wohl aber hier in Quito verbringen, evtl. geht’s danach mal nach Canoa – zum surfen =)

 

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Mein erster Urlaub in Ecuador (Teil 1, bis Cuenca)


Kam so zu Stande, dass Dienstag und Mittwoch den 2. Und 3. November die „Fiesta de Cuenca“ stattfand, was ecuadorweite Feiertage bedeutete. Da ich ja, wie ihr alle bereits wisst, in einer Schule arbeite bekam ich wie alle Lehrer noch den Montag als Brückentag zugesprochen. Somit wären wir dann schon einmal bei  5 Tagen, wenn man das Wochenende davor mitrechnet. Nach langem hin und her mit unserer Organisation VASE, die natürlich möchte, dass wir unsere 5 Wochen Ferien, die jedem von uns Freiwilligen zustehen, im letzten Reisemonat nehmen und nicht während das Projekt geöffnet hat, kamen wir dann zu der Lösung, dass Moritz und ich an einem Wochenende die beiden Tage (Donnerstag und Freitag) nacharbeiten werden. Wer jetzt noch durchgeblickt hat, kann sich ausrechnen, dass das Endergebnis 9 Tage frei am Stück bedeutet.

Das hört sich ziemlich viel an nach ungefähr zwei Monaten Arbeit im Projekt. Doch wer weiß, dass das „günstigste“ Fortbewegungsmittel in Ecuador der Bus ist, kann sich denken, dass die eigentlichen Reisetage, an denen man von A nach B kommen möchte wieder einiges der 9 Tage verstreichen lassen. Aber dazu später mehr…

Da es wie schon erwähnt etwas länger gedauert hat, bis sich alle einig waren, wie und wann wir die beiden Ferientage nachholen werden, waren Moritz und ich wie meistens wieder etwas spät dran mit der Planung. Die „Fiesta de Cuenca“ ist, auch dadurch, dass es für ganz Ecuador Feiertage sind, ein recht beliebtes Fest. Die Hotelbesitzer Ecuadors sind ja nicht doof und deswegen werden die Preise für Übernachtungen während des Festes ordentlich angezogen. Vor allem für die Abertausend Touristen, die sich dieses Specktakel auf keinen Fall entgehen lassen können. Als wir eine Woche vor Reisebeginn nach Cuenca, anfingen Hostels zu suchen, bekamen wir das natürlich zu spüren. Da wir dazu auch noch den Reiseführer mit der größten Auflage, den Lonely Planet, hatten, waren die dort ausgezeichneten Hotels auch schon lange ausgebucht.

Es ergab sich jedoch für uns Glückspilze noch eine andere Möglichkeit in Cuenca unterzukommen. Meine Gastmutter, Cecilia, hat Familie dort und wie es der Zufall will, besitzt eine Tante von ihr dort ein Hotel. Das klang super, bis wir dort angerufen hatten. 45$ die Nacht wollte die gute Frau haben und da wir von der Sache mit Fabians Gastonkel gelernt hatten, kann man mit Familienangehörigen hier schlecht feilschen. Doch Fortuna, die Glücksgöttin, war noch nicht fertig mit uns und verschaffte uns einen Schlafplatz im Haus einer anderen Tante meiner Gastmutter. Wir waren uns bewusst, dass wir nicht weiterhin so viel Glück haben konnten und bissen in den sauren 15$ – pro – Nacht – Apfel.

Am Freitagabend ging es dann mit einem Nachtbus los.  Immer wenn  Moritz und ich bis jetzt einen Termin gemeinsam wahrnehmen wollten, wurde es knapp. Auch diesmal sah es  zwischendurch nicht gut aus. Wir waren spät dran, doch Alfonso fuhr uns zur Ofelia, was uns 10 Minuten sparte. Doch dann gab es da noch ein Missverständnis mit Johanna, die dachte, wir würden mit ihr im selben Bus fahren. Das war allerdings nicht der Fall und wir warteten für beide Parteien unnötiger Weise auf sie an der Ofeliastation. Also waren die 10 Minuten wieder futsch, die wir durch meinen Gastvater rausgeholt hatten. Zudem kam dann noch, dass der Bus nicht so weit fuhr, wie wir es benötigt hätten. Also mussten wir wieder in eines dieser, von mir mittlerweile verhassten, Taxis steigen. Doch wir kamen vielleicht erstaunlich günstig weg. Doch niemand von uns weiß das bisher. Man kann immer nur mit dem vergleichen, was man vorher schon mal bezahlt hat. Wenn es im Vergleich dazu billiger wird, dann hat man ein gutes Geschäft gemacht, doch ob der jetzige Taxifahrer einen einfach nur  etwas weniger abzieht als der Vorherige, kann man nie mit Gewissheit sagen.

Ich bemerke gerade ich sollte langsam mal von der ständigen Bilanzführung in meinen Blogeinträgen wegkommen, also lasse ich jetzt einmal jegliche Preise weg und schreibe nur billiger und teurer 😉

Wir wurden also vom Taxi zur „Flota Imbabura- Busstation“ gebracht und kamen dort 20 Minuten vor eigentlicher Abfahrtszeit an. Es war also noch genug Zeit den Wertsachen- und Essensrucksack für den Bus zu packen. Denn wir hielten es für sinnvoller unsere riesigen Reiserucksäcke in den dafür vorgesehenen Laderaum packen zu lassen. Eigentlich wurde uns von VASE geraten niemals seinen Rucksack aus der Hand zu geben, aber ich glaube damit war der obere Teil des Busses gemeint, in dem man besonders Vorsichtig sein soll. Außerdem hat mir Alfonso versichert, dass es kein Problem sei, seinen Rucksack wegpacken zu lassen, da man meistens ein Ticket dafür bekommt, wie am Flughafen…

Wie fast immer in Ecuador fuhr der Bus mit Verspätung los, was aber kein größeres Ding war, weil wir uns Essens- und Trinkmäßig für eine lange Fahrt eingestellt hatten. Wir hatten nun also eine ca. 10 stündige Fahrt vor uns, die wir, so war der Plan, am besten durchschlafen sollten… Dieses Vorhaben wurde aber schon wieder kurz nach dem Losfahren dadurch zerstört, dass der Bus noch über den südlich gelegenen Busbahnhof Quitos fuhr (Quitumbe) dort rammte er dann einen anderen Bus und stand dort dann noch ca. 1 Stunde im Stau, inklusive Hubkonzert.

Danach verlief die Fahrt aber nicht weiter aufregend, und wir wurden in einen unruhigen und oft unterbrochenen Schlaf geschaukelt und gerumpelt.

Endgültig wach wurden wir dann in einer Stadt kurz vor Cuenca, dessen Namen ich nicht mehr auf dem Schirm habe, wo der Bus einige Mitreisende raus ließ.

Wir fuhren also noch etwas weiter durch die sich kaum von Quitos Landschaftsbild unterscheidenenden Umgebung.

In Cuencas „Tesestre“ angekommen begann die Suche nach einem Bus, der uns zum Haus meiner Gast- Was-auch-immer fuhr.

Der Bus fuhr bis zum „Colliseu“, aufgrund dessen der Stadtteil, in dem Doris wohnt, benannt ist. Von dort entschieden wir uns ein Taxi zu nehmen, dass uns zur genauen Adresse führen sollte, da die Straßen wie leergefegt waren und wir keine große Lust hatten ewig zu suchen.

Das Taxi war zu teuer 😉 er fuhr uns genau 300 Meter bis zum Ziel…

Wir wurden von unserer Vermieterin freundlich empfangen und nach der Einführung unseres Quartiers fuhr sie noch mit uns in die Innenstadt um uns dort auch alles Wichtige zu zeigen.

Wir schlenderten den Vormittag durch die wirklich nett anzuschauenden Gassen Cuencas, wunderten uns aber noch ein wenig, wo die Fiesta abgeblieben war. Es erschien uns nichts besonders Festtagsstimmungsvolles, bis auf die Bänke, die neu gestrichen wurden, ohne, dass man den Einwohnern davon erzählte, was zu Folge hatte, dass sie alle daran kleben blieben bzw. grüne Flecken davon trugen.

Nach unserem kleinen Rundgang trafen wir uns mit einigen anderen Freiwilligen, die noch einen Platz in einem Hostel bekommen hatten und mit dem anderen Nachtbus hergekommen waren.

Wir beschlossen uns ein Fußballspiel anzuschauen, da Cuenca der härteste Verfolger Ligas ist und es sich daher vielversprechend anhörte. Weil das Hostel sehr nah am Stadion lag, verbrachten wir noch ein Bier lang auf dem Balkon der Hotellounge. Gegen Abend begaben wir uns auf den Weg, mit einer Deutsch- Amerikanischen Gruppe von ca. 15 Leuten. Die Partie war aber irgendwie nicht so super, da wir beschissene Plätze hatten und bis auf die 5 Tore wirklich kein toller Fußball gespielt wurde, jedenfalls nicht soweit man von unseren Plätzen aus sehen konnte.

Die Aftershowparty im Hostel ging nicht allzu lang und Moritz und ich liefen am wunderschön beleuchteten Fluss entlang nach Hause.

Am nächsten Morgen dann, fuhren wir sehr zeitig zu dem eine Stunde entfernt gelegenen Nationalpark „Cajas“. Wir kamen dort schon um 8 Uhr in der Früh an und hatten somit sehr lange Zeit hindurch zu wandern. Die erste Route, die wir uns aussuchten, bestritten wir noch mit einer 8 köpfigen Gruppe. Nachdem wir also ungefähr 3 Stunden in angenehmem Wandertempo durch die Wildnis geschlendert waren, packte Marten, Moritz, Johanna und mich dann jedoch noch einmal der Ehrgeiz und wir kletterten auf einen Berg. Dieser Aufstieg lohnte sich wirklich komplett, zumal wir danach dann doch noch das Gefühl hatten wirklich etwas geschafft zu haben=). Zudem war der Blick einfach super!

Die Landschaft im Generellen war traumhaft. Erinnerte teilweise etwas an Mordor… und wir trafen auf nur eine andere Gruppe Wanderer, somit konnten wir die stille voll genießen.

Wir fuhren mit Einbruch der Dämmerung mit Regen im Gepäck heim.

Abends war dann Fiesta angesagt, die sich aber bis auf die Größe der Gruppe (mehr als 50 Leute die sich irgendwie untereinander kannten) und auf den Namen der Stadt nicht groß von der Mariscal in Quito unterschied. War aber ganz witzig 😉

Angenehm zu bemerken war wieder, dass wir ohne Taxikosten nach Hause kamen und wieder die Flussbeleuchtung genießen konnten.

Der nächste Tag sollte dazu genutzt werden endlich den kulturellen Teil der „Fiesta de Cuenca“ zu erforschen. Ich traf mich also mit einigen anderen, die in der Innenstadt wohnten und ging in den sehr nahe gelegenen Park um dort ein wenig Kultur zu schnuppern. Doch bis auf das kleine Konzert hatte ich alles irgendwie schon Mal gesehen. Die Stände, die die schönen bunten Klamotten verkauften, gab es in Quito genauso. Aber wir bekamen zumindest was von der eigentlichen Fiesta mit, denn ich denke nicht, dass die Stände dort immer aufgebaut sind.

Wir schauten uns die Vorführung einiger abgrundtiefschlechten Skater und Blader an, die ihrer Zuschaueranzahl nicht würdig waren. Das ist jetzt natürlich eine brutale Kritik. Ich könnte auch einfach nüchtern feststellen, dass Ecuador nicht das Skaterland schlechthin ist. Aber es hat uns schon ein wenig geärgert, dass die Jungs so groß angekündigt wurden und dann nichts draufhatten:P.

Die deutsche Meckerattitüde legt man hier nicht so schnell ab 😉

Ein Highlight war jedoch ein schwuler Künstler, der von einer Schuhfirma dazu angestellt wurde die Schuhe in guter alter „Robot-Tanzmanier“ zu präsentieren. Wir fanden es super, dass er dann ein Foto mit uns machen wollte :).

Gegen Dämmerung wollten wir uns noch eine, ebenfalls sogar in Reiseführern angekündigte, Kunstkneipe gehen , die sich aus künstlerischem Aspekt zwar durchaus sehen lassen konnte,  unseren Geschmäckern aber nicht ganz entsprach, da das Publikum, das dieses Lokal ansprechen sollte aus Hardcoremettlern und Gothics zu bestehen schien. Wie ihr an einem Beispielbild sehen könnt.

Gegen 9 dann ein Lichtblick, im wahrsten Sinne des Wortes, da wie auf die „Fiesta de las Luces“ gingen, was sich wirklich lohnte, da man eine solche Feuerwerksshow niemals in Deutschland hätte geboten bekommen. Nicht, weil Deutsche es nicht so drauf haben mit dem Rumballern, sondern weil eine derartig gefährliche Choreographie überall sonst in Europa wohl verboten werden würde =)

Ich stand zwar recht sicher unter einem Baum, doch die Menschen, die näher an dem Turm und im Kreis um die „Vaca Loco“ herumstanden, der/die abgefackelt wurde, haben mindestens einige Brandlöcher in ihren Klamotten davongetragen. Außerdem  hatte ich noch nie davor gesehen, dass ein man sich eine Kuhfigur auf den Kopf schnallt um damit Leute abzuschießen 😀

Abends dann erneut der Versuch mit 102938 Deutschen feiern zu gehen, der wiederum fehlschlug.

Dafür waren wir dann aber am nächsten Tag fit genug um in das  Baños außerhalb von Cuenca zu fahren. Mir kommt es so vor, als ob hier jeder Ort, der aus der Natur gewonnene Wärme in seinen Schwimmbädern hat Baños heißt. Wie auch immer, es war zwar nicht so warm wie im letzten Baño dafür war meiner Meinung nach der Ekelfaktor nicht ganz so hoch, weil die Gelb-Braun-Färbung nicht so intensiv war und weniger Menschen anwesend. Außerdem hatte dieses Schwimmbad eine Rutsche auf der Marten und ich es ordentlich krachen ließen :D.

Es mag zwar kindisch klingen, aber es hat einen Heidenspaß gemacht mit einem Wassereimer der Rutsche mehr Feuchtigkeit für einen besseren Abgang zuzufügen, um dann mit der nahezu perfekten Rutschtechnik hinunterzupfeffern und kurz bevor wir uns mit einer größtmöglichen Auflagefläche ins Wasserbecken warfen noch eine schnelles „Cuidado“ herauszubrüllen.

Die Zeit reichte lamentablemente nicht mehr für die Leuten die nahe dem Becken entlang schlenderten sich in Deckung zu bringen. Somit verbrachten wir einen Großteil des Aufenthalts damit uns darin zu battlen wer am meisten Menschen nass macht=)

Das Grande Finale, blieb jedoch aus, da uns der Wassereimer weggenommen wurde und die Rutschkraft eines mit Shampoo eingeriebenen Rückens alleine nicht ausreicht um den größten Platscher hinzubekommen…

Genug der Spielereien an diesem Punkt, also gings mit vollem  Bauch (mich erstaunen diese saubilligen und richtig geilen Almuerzos immer wieder) zurück nach Cuenca.

Moritz und ich packten unsere Rucksäcke, weil der Plan war sie im Hostel der anderen zu lagern um von dort dann einfacher zum Busterminal zu gelangen, wo unser Nachtbus nach Guayaquil fuhr. An diesem Abend war also nur noch ein Abschiedsbierchen drin, Moritz schaute sich noch ein Feuerwerk an, dass er am Abend zu vor verpasst hatte, weil er sich für einen Wasserfalltrip entschied , und gegen halb 11 fuhren wir dann los. Über die Sinnigkeit des Nachtbusses lässt sich streiten, aber da die Fahrt „nur“ rund 5 Stunden dauerte waren wir völlig aus dem Rhythmus, was uns sichtlich schlechte Laune bekommen ließ. Und, dass wir noch 2 Stunden in Guayaquil im Terminal sitzen mussten, während rundherum noch geputzt wurde, um auf unseren Bus in Richtung Montañita zu waten verbesserte diese nicht wirklich. Hinzu kam noch die erschreckende Erkenntnis, dass von dem Talent der ecuadorianischen Busunternehmensschreier, lauthals ihre Reiseroute anzukündigen, auch in der Nacht  nicht verschont bleibt. So hätte man sich bei guter Laune evtl. über das Ehepaar hinter einem Tresen mit der Aufschrift „RIOBAMBA“ amüsieren können, in Anbetracht unseres Zustandes war ihr fast melodisch klingendes „Riobamba, Riobamba, Riobamba, Riobambaaaaa Geschrei“ aber einfach nur nervig.

So nun bin ich fertig mit meckern, glaube ich =)

Also schnappten wir uns den frühstmögichen Bus, der aber nicht der erstbeste war, da wir nochmal umsteigen mussten. In meiner Schlaftrunkenheit hatte ich nur leider den Guayaquilesen hinterm Schalter mit seinem Dialekt wohl nicht ganz verstanden und deswegen nicht auf dem Schirm, wo wir hätten aussteigen müssen. Wir sind also doofer Weise einen Ort zu weit gefahren und mussten von dort wieder ein Taxi zurück nehmen. Wieder mal eins ohne Tachostand und mit Sprung in der Scheibe. Für diese Toleranz der Polizei bzw. der Regierung liebe ich Ecuador!

Por  fin, bekamen wir dann dort endlich den Bus nach Montañita. Die Entscheidung, in welchen wir steigen mussten, wurde uns mit einem typisch ecuadorianischen Service abgenommen. Ein Busfahrer, der fuchsiger Weise erkannte, dass wir Gringos sind rief uns zu : „Montañita“ wir daraufhin, „Joah“ und schon waren unsere Rucksäcke in den Händen seiner colegas, die sie flux im Laderaum des Busses verstauten.

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Baños


Hallo liebe Leute.
Noch heute Abend haue ich in meine ersten Ferien ab, die 9 Tage dauern werden und die „fiesta de Cuenca“ und einen fünftägigen Strandurlaub in Montanita beinhalten werden.

Damit ihr die Zeit was zu schmöckern habt, poste ich den Bericht über das Wochenende in Baños.
Die Bilder folgen dann, wenn ich zurückgekehrt bin.

Nachdem Mindo letztes Wochenende ein absoluter Kracher war hatten wir an Baños dementsprechend große Ansprüche. Moritz und Ich wollten uns am Freitag um 5 Uhr mit Fabian, Julika und Dirk treffen um uns ein Taxi nach Quitumbe, dem südlichsten und größten Busbahnhof für den Nah- bzw. Fernverkehr, zu teilen. Ursprünglich wollten wir uns aber um halb 4 treffen, daraus wurde dann halb 5, da wir Freitags immer unsere Fußball-AG haben und da es ich und Moritz sind, wurde daraus dann 5. Das Schicksal hatte uns aber auch wirklich übel mitgespielt. Gerade heute, wo wir Zeitdruck hatten, erwischten wir den mit Abstand langsamsten Metrobus in der ganzen Welt, den man dann 5 Stationen vor dem Treffpunkt nur noch durch den Notausgang verlassen konnte, was die ganze Geschichte auch nicht gerade beschleunigte. Dann endlich angekommen und total gestresst trafen wir auf schon leicht gereizte Mitfahrer. Der Grund warum wir uns mit den Dreien treffen wollten war natürlich wie immer Kosten reduzieren, da man hier als weißer, wie man sich ja denken kann meist mehr bezahlt. Doch diesmal schien alles super, da Fabians Gastonkel Taxifahrer war und uns für „unschlagbare“ 8 Dollar nach Quitumbe bringen wollte. Das durch 5 geteilt ist ein super Preis, dachten wir uns. Doch leider wollte uns dieser Gastonkel nicht zu fünft fahren, da einen Menschen zu viel im Auto mitzunehmen, als es Plätze hat sogar in Ecuador verboten ist. Unser Courier für heute war der erste Mensch, den ich kennengelernt habe, der dieses Verbot ernstnahm. Also rief er freundlicher Weise einen Kollegen an, der dann Moritz und mich für ebenfalls 8 Dollar zum Terminal bringen sollte. Das tat er auch, aber dadurch, dass wir nun 16 Dollar durch 5 teilten, wurde es schon unerfreulich teuer. Der Clou war dann, dass unser Taxifahrer aus Jux und Tollerei mal das Taximeter mitlaufen ließ, das am Ende der fast eineinhalb stündigen Reise durch den Stau von Quito 5,30$ anzeigte. So läufts halt manchmal. Da denkst du, dein Gastonkel macht dir nen richtig guten Preis und haut dich letztendlich übers Ohr.

Jedenfalls nahmen wir dann sehr zügig einen Bus nachdem uns der am lautesten schreiende Mann im Bahnhof überzeugte. Auch hier kristallisierte sich wieder das typisch ecuadorianische Verkaufsverhalten heraus: Laut rufen bzw. gar schreien, rumlaufen und jedem das Angebot unter die Nase reiben und wenn du einen bösen Menschen erwischt, versucht er sich noch sein Taschengeld aufzubessern, indem er dir bei einem Ticketpreis von 3,50$, den du mit einem 10 $-Schein bezahlst nur 1,50$ rausgibt. – Habs aber gemerkt =)

Wir kamen zu spät in unserem Hotel an, das zugegeben nicht annähernd so geil war, wie das in Mindo, weil es in der „Stadt“ lag und mit eigentlich kaum Grünfläche ausgestattet war. Es war also klar, dass wenn Marcel am nächsten Tag mit einer Horde von Volunteers antanzt, wir uns nicht wie in Mindo auf dem Hotelgelände aufhalten werden. Am Abend stromerten wir dann noch ein bisschen durch Baños und schauten uns das Partyleben an, in das wir uns laut Plan morgen nach der Radtour nach Pujo stürzen wollten um Marcels Geburtstag gebührend zu zelebrieren. Wir kamen gegen 12 wieder im Hostal an und mussten mit Erstaunen feststellen, dass der Hotelmanager bzw. Besitzer auch den Nachtwächter spielte und sich ständig über unsere zu lauten Konversationen beschwerte.

Wir machten die Nacht diese Nacht nicht zum Tag, denn wir hatten am nächsten Tag ja einiges auf dem Tagesplan stehen.

Als wir morgens beim Frühstück saßen, dass wie eigentlich immer hier von Preisleistungsverhältnis völlig in Ordnung ging, sahen wir die Ausmaße, der Gruppe, die noch in der Nacht im Hostal eingecheckt hatte. Die ca. 20 Mann starke Gruppe machte sich gegen halb 10 auf die Suche nach einer Fahrradvermietung. Das dauerte nicht allzu lange, da die Strecke von Baños nach Pujo eine scheinbar sehr beliebte ist und somit einige Leute in der Stadt von diesem Geschäft leben. Die Räder auszuleihen, kostete 5$ pro Nase, was in Anbetracht dessen, dass es keine schlechten waren, ein super Preis war. Da wir jedoch eine so große Gruppe waren spaltete sich diese sehr bald in kleinere auf. Letztendlich bin ich dann mit Dirk, Fabian, Moritz, Jan und Ciko vorneweg gefahren, da wir das klare Ziel hatten, das rund 70 km entfernte Pujo zu erreichen. Da der weg aber auch als Kaskaden-Weg gekennzeichnet war, dauerte es nicht lange und wir kamen an einem vorbei, der laut Beschreibung der größte auf dieser Route ist : „El Diabolo“ doch während wir unsere Räder anschlossen, rollte auf einmal eine riesen Gruppe Ecuadorianer auf uns zu, die wir dann, weise wie wir sind, vorbeiziehen ließen, damit wir auch was von dem Wasserfall haben. Wir setzten uns also in das Restaurant anbei und nahmen ein isotonisches Getränk zu uns. Nach einigen Minuten fing es an zu schütten, was unseren Plan den Wasserfall anzugucken weiter nach hinten verschob. Doch die fast 2 Stunden Wartezeit ließen wir nicht ungenutzt und nahmen noch ein kräftiges Almuerzo zu uns. Pünktlich als wir uns auf den Weg zum Teufel machten, rissen die Wolken auf und da es zuvor geschüttet hatte, war der Weg und auch der Wasserfall fast Menschenleer. Wir hatten also mal wieder alles richtig gemacht…

Fabian ließ sich dann noch todesmutig eine Schlange um den Hals legen, die meiner Interpretation nach ziemlich genervt war von den ganzen Touristen.

Auf dem Weg zum Wasserfall wurden dann eine Menge Fotos geknipst und als wir dann die tosenden Geräusche hörten, die er von sich gab, wollte eine Frau am Wegesrand dann doch nochmal einen Dollar von uns, ziemlich clever!

Der Wasserfall war wirklich krass und auch dort entstanden einige Fotos, wie ihr unten sehen könnt.

Also wir uns wieder auf die Räder geschwungen hatten fing es alsbald erneut an zu regnen, doch für ein paar riskante Überholmanöver einiger Reisebusse auf der mit „schlafenden Polozisten“ übersäten Strecken war die Straße noch trocken genug.

Nach geraumer Zeit fanden wir dann noch einen Wasserfall direkt an der Straße unter dem wir uns duschten, da wir dachten, dass wir nicht mehr nasser hätten werden können. Doch da hatten wir uns leider getäuscht und mussten somit mit viel schweren Beinen, und Klamotten weiterfahren.

Das wirkte sich auf die Geschwindigkeit aus und unsere Gruppe spaltete sich auch nochmal auf. Doch aufgeben wollten Ciko und ich auch nicht als uns ein unverschämter Gaststättenbesitzer behauptete es seien noch 25 Kilometer zu fahren um sein Wasser teurer an den Mann zu bringen. Wir rafften uns noch einmal auf und sahen bald darauf ein Schild, das die Entfernung zum Ziel auf 12 km bezifferte. Zum Glück waren die letzten 10 Kilometer fast durchgehend, leicht abfallende Strecke, denn so merkwürdig es auch klingt, wenn man ca. 600 Höhenmeter hin abfährt, es gab auch einige wirklich anstrengende Anstiege dazwischen.

Ciko und ich kamen ungefähr 5 Minuten nach den anderen ins Ziel. Inzwischen war es stockdunkel und wir alles waren dehydriert und hungrig. Doch für ein Siegerfoto mit Fahrrad reichte aus noch, auf wenn ich mir dabei die Hand böse einklemmte 😀

Wir suchten uns ein Restaurant, in dem wir sofort bestellten, jedoch mehr als eine halbe Stunde auf unser Essen warten mussten, obwohl niemand außer uns dort war.

Als es uns schließlich serviert wurde, hatten wir den Zeitpunkt, zu dem wir uns mit den anderen feierwilligen Freiwilligen im Hotel treffen wollten, schon überschritten.

Dennoch genossen wir unser Mahl und machten uns dann auf die Suche nach den ominösen Camioneta-Taxis, die angeblich für einen Dollar pro Person zurück nach Baños fahren sollten.

Wir fragten die durchaus nette Gastgeberin, die uns einen Freund bestellte, der wohl für 18$ insgesamt gefahren wäre. Doch einigen war der Preis zu hoch, also suchten wir noch mindestens eine halbe Stunde weiter, um dann letztendlich für 20 Tacken heimzufahren.

Da in der Kabine im vorderen Abteil des Autos nur für 4 Leute Platz war, mussten zwei mit den 6 Fahrrädern auf der Ladefläche sitzen. Da wir es für „bestimmt cool“ hielten, opferten Moritz und ich uns. Doch es schüttete bereits, als wir losfuhren und hörte die Stunde Fahrtzeit nur vereinzelt auf, wenn man durch die zahlreichen Tunnel fuhr, in denen man sich fühlte als würde man durch ein Bergwerk rasen. Nach 20 Minuten wurde es dann wirklich kalt und unser Taxifahrer wollte wohl auch schnell nach Hause. Einen anderen Grund kann ich mir nicht vorstellen für seinen übertrieben aggressiven Fahrstil. Mit 80km/h zum Beispiel in eine Nebelwand zu heizen, auf der linken Spur natürlich, damit man die Kurve besser schneiden kann, während man mit dem Gesicht entgegen der Fahrtrichtung langsam einen Lichtkegel auf sich zukommen sieht ist schon aufregend.

Aber wir haben es ja überlebt und kamen gegen 10 Uhr im Hostal an, wo wir im Akkord duschten, um noch mit Marcel Geburtstag feiern zu können.

Der Abend unterschied sich nicht großartig von Feierabenden in der Mariscal nur, dass wirklich pünktlich gegen 2 halb 3 die Schotten dicht gemacht wurden und meine Beine etwas schwerer waren. Wir hingen noch einige Zeit neben dem Hoteleigenen Pool in den Hängematten ab, bis uns der Wächter derartig auf den Keks ging und uns ins Bett trieb.

Einige der Gruppe entschieden sich durchzumachen um den Sonnenaufgang in einer Quelle, aufgrund dessen Baños seinen Namen hat, anzuschauen. Ich gehörte nicht dazu, aber in so eine geile natürliche, heiße Quelle wollten wir dann am Vormittag gehen, bevor unser Bus um 3 Uhr Richtung Quito abfuhr.

Die Quelle stellte sich leider als Schwimmbad heraus, das nur ein Becken hatte, in das man sich ohne weitere Ekel hätte reinsetzten können. Leider hatte das Becken eine Temperatur von gefühlten 8 Grad, weswegen man sich dann nicht so lange reinsetzte. Der Rest dieses Überfüllten Magneten für Einheimische bestand aus zwei Becken mit gelb-braunem Wasser, dass zugegebener Weise, nachdem man sich überwunden hatte die Blicke zu ignorieren und hineinging, angenehm warm war.

Es war aber lustig. Wir gingen also belustigt zurück zum Busbahnhof und fuhren mit dem nächsten Bus nach Hause.

 

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Mindo!


Wie schon angekündigt wollte ich jetzt jedes Wochenende was unternehmen.

Da bot sich wunderbar an, dass ein mehr oder weniger geplanter Trip nach Mindo stattfinden sollte. Mindo ist eine 2$ entfernte Stadt von Quito und liegt im sogenannten Nebelwald auf noch über 1000m über dem Meeresspiegel. Der Bus, der am Samstagmorgen von der Ofelia-Station im Norden Quitos abfuhr, bewegte sich also die gesamten 2 Stunden quasi nur bergab. Nach und nach kamen wir in dichteren Wald, den ich jetzt noch nicht als Dschungel bezeichnen will, weil ich ja noch nicht im Amazonasbecken war und deswegen noch nicht genau beurteilen kann ob der Nebelwald wirklich schon Dschungel ist. Die Fahrt war aber angenehm, da wir sie, im Gegensatz zu einigen zuspätgekommenen Ecuadorianern im Sitzen auf bequemen Reisesitzen verbringen konnten und es viel zu erzählen gab, da die 15köpfige Gruppe sich in dieser Konstellation lange nicht mehr gesehen hatte.

Am Ziel angekommen, so gegen 10 Uhr, hatte oberste Priorität sich mit Mückenschutzmitteln einzuschmieren, was aber auf das gesamte Wochenende betrachtet, etwas vernachlässigt und dann auch prompt bestraft wurde. Mir fällt im Nachhinein wieder auf wie angenehm es doch auf knapp 3000m Höhe ohne Moskitos ist.

Da Julika schon vergangenes Wochenende dort war, mauserte sie sich nach und nach zu unserer Reiseleiterin. Damit angefangen, dass sie uns ein Hotel etwas Außerhalb des „Stadtzentrums“ empfiehl, was sich als Volltreffer herausstellte. Überall Hängematten umgeben von einem paradiesischen Garten, der unteranderem auch ein Fußballfeld mit Bambustoren zu bieten hatte. Die Häuser auf die Bäder, Schlaf- Grill und Billiardräume und ein Essenspavillon verteilt waren, sind im dazu passenden Stil gehalten (seht einfach selber auf den Bildern).

Die Nacht inklusive Frühstück kostete jeden von uns 10,50$, was für ecuadorianische Verhältnisse wohl schon recht viel ist, in Anbetracht dessen aber, was wir geboten bekommen haben, völlig in Ordnung. Nach einer knappen Stunde einrichten und chillen in der Hängematte stand schon die erste Aktivität auf dem Programm: Canupi!

Wir wurden mit einem Camioneta dorthin gebracht und verbrachten dort 2 Stunden. An den Bildern kann man sehen, dass wir viel Spaß hatten, viel beschreiben muss ich nicht mehr, außer, dass das Gefühl über den Urwald „zu fliegen“ super ist =)

Nachdem wir mit dem Pick-up-Taxi wieder zurück nach Mindo-Zentrum gebracht wurden, aßen wir im Inbegriff eines rustikalen Restaurants, für wie so häufig viel zu wenige 2,50$ für ein gut sättigendes Essen. Danach hatten wir einen kleinen Durchhänger, was ein Teil der Gruppe mit einem Besuch im Schokoladenmuseum überbrückte, wir jedoch mit Bierpreise vergleichen. Wir entschieden uns für einen netten Herren, der aufgrund der Tatsache, dass wir nicht genug Geld dabei hatten um das Pfand vorzustrecken uns einen descuento erließ. Den Gemütlichen Abend auf dem Hotelgelände läuteten wir im Fluss davor ein, mit einem „Jacuzzi-Schoppen“.

Danach die obligatorische Partie auf die Bambustore und ein, wenn man die Tatsache außer Acht lässt, dass wir seit 7 Uhr morgens auf den Beinen waren, zu früh endender Abend gegen 12…

Am nächsten Tag bestätigte sich die gute Wahl des Hotels, als wir beim Frühstück Wassermelone, Kaffe, Toast, Toast, Brot und Marmelade schlemmten. Danach fuhren wir, wieder mit einem Gelände-Taxi zu den berühmten Cascadas nahe Mindo. Dort konnte man Tarzanbilder im Wald schießen, Naturrutschen hinunterschliddern, Von Klippen springen oder einfach schöne Fotos machen.

Nach einem längeren Aufenthalt an diesem traumhaften Platz teilte sich die Gruppe wieder auf. Leider hatten Johanna, Matti, Linda und Ich uns für den falschen Weg entschieden und liefen, während die anderen auf den Schlüssel warteten, den Johanna in der Tasche hatte, um auszuchecken, alle 7 Wasserfälle ab um dann am Ende festzustellen, dass es eine Sackgasse war und wir wieder zurückmussten. Es wurde dann alles recht knapp. Um 17Uhr fuhr unser Bus zurück nach Quito und wir hatten noch nichts gegessen. Es endete so, dass wir uns zu teure Boritos einpacken ließen und den Bus auf der Hauptstraße abpassen mussten.

Wir kamen aber alle gesund und munter wieder an.

Ein geiler Ausflug, dem eigentlich nur Baños nächstes Wochenende die Krone aufsetzen kann 😉

 

 

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In der vergangenen Zeit


Hat sich einiges verändert. Es fing damit an, dass ich den Besuch von deutschen Stadien nie mehr für das Non-Plus-Ultra halten werde, da ich vor 3 Wochen mit Moritz eine Partie von „La Liga“ dem ortsansässigen Club bei mir um die Ecke war. Ein positiver Nebeneffekt zu dem nur 15minütigen Fußweg ist, dass es die erfolgreichste Mannschaft der ecuadorianischen Liga ist. Zudem waren sie auch in Südamerika die letzten Jahre relativ erfolgreich. Ich hoffe ich habe damit, dass das Stadion bei meinem Haus um die Ecke liegt und somit mein „Heimatverein“ ist, genug gerechtfertigt, dass ich ab nun Fan von dem Fc Bayern München Ecuadors bin. Das war zwar nicht immer so, da das Stadion als es gebaut wurde mit Sicherheit noch außerhalb der Stadt lag, doch mit dem Wachstum der Bevölkerung und der daraus resultierenden Ausdehnung der Stadt entwickelte es sich dazu, dass das die Spielstätte nun im Stadtteil Condado liegt. Also darf ich das.

Obwohl das Spiel nicht besonders gut besucht war, da es nur gegen einen ursprünglich von Militarios gegründeten Club ging und es zudem noch sehr stark regnete, konnte mich die Stimmung, die die Menschen in dem Fanblock machten, für den wir uns den 4$ Eintritt gönnten, voll und ganz überzeugen. Zu dem sehr besucherfreundlichen Eintrittspreis kommen übrigens auch Angebote wie : Schaal 1$ oder Mütze 1$ hinzu. Man kann also durchaus vertreten sein Taschengeld zu geringen Teilen für Spiele auszugeben. Pünktlich zu Spielbeginn fingen die Fangesänge an, jedoch noch etwas verhalten, da die Ultras mit ihren Bannern und Trommeln mit der typisch, ecuadorianischen Verspätung von 5-15 Minuten eintrudelten. Danach jedoch wurde von absolut jedem, dem der Alkoholpegel dies noch erlaubte, jedes Lied mit Inbrunst mitgesungen. Das ganze wurde begleitet von brasilianisch angehauchten Klängen, die durch Ratschen, Trommeln und selbstgebaute Instrumente aus Käsehobeln mit Reis drin, hervorgerufen wurden. Ohne alles einwandfrei verstanden zu haben nehme ich mir einfach raus zu behaupten, dass die Lieder ein klein wenig kreativer sind als in Deutschland, obwohl man auch Textpassagen wie „hasta la muerte“ entnehmen konnte, was man dem „ein Leben laaaaaang“ gleichsetzen kann. Was mich aber am meisten erstaunt hat war, dass es einen größtenteils einwandfreien Übergang zwischen den Liedern gab, der durch langsames abnehmen der Gesänge und ca. 10 sekundenlanges Trommeln zu erkennen war. Danach wurde ein neuer Takt angegeben, ohne aber die Musik ganz zu unterbrechen. Alle Fans sangen die gleichen Lieder und versuchten sich nicht mit Lautstärke und Taktlosigkeit zu übertrumpfen, wie es mir in Deutschland öfter aufgefallen ist. Wenn man sich nun noch die Haltung dazu ausmalt, die fast jeder in dem Block einnahm, während es galt die Mannschaft anzufeuern rundet das die Sache ab: Linke Hand in der linken, hinteren Hosentasche und die rechte Hand in den Himmel gereckt mit der Bewegung, die italienische Fußballspieler machen, wenn sie reklamieren, dass bei dem Foul was schlimmes passiert sei, bzw. wenn sie der Spieler waren, der verwarnt wird, dass es gar nicht so schlimm war. Nebenbei, Liga hat 3:0 gewonnen =)

Desweiteren habe ich meine erste Erfahrung mit ecuadorianischen Medikamenten gemacht. Vor der besagten Partie lag ich nämlich gute 5 Tage mit Grippe im Bett und habe ständig wechselnde Kapseln geschluckt. Irgendwie vermisse ich dann doch die komischen Salze von Mama, die besser geholfen hätten.

Außerdem weiß ich nun, dass, zumindest wenn es um ihr Auto geht, meine Familie gläubig ist.

Nachdem wir uns nämlich ein neues gekauft haben, sind wir am Sonntag darauf direkt nach Quinche gefahren um es dort taufen zu lassen. Es gibt eine alte Tradition, hat Alfonso mir erklärt, dass man sein Auto taufen lässt, damit man keinen Unfall baut. Nun weiß ich auch warum ich noch keinen gesehen habe, obwohl sie hier wirklich fahren wie die Henker- diese Verallgemeinerung ist gerechtfertigt und mit Bedacht ausgewählt.

Zudem wurden Moritz und ich in den letzten Wochen Zeugen von in Reih und Glied marschierenden Schülern des Instituto Suizo. Sie übten für den „dia de la bandera“ der eigentlich am Samstag den 24.09.2010 war, jedoch am Montag in der Schule nachgeholt wurde. Dabei wurden dann die besten Schüler der Schule gekürt und durften mit weißen Handschuhen die Flaggen Quitos, Ecuadors und der Schweiz in einer feierlichen Zeremonie wegtragen. Das hat mich doch sehr verdutzt,da sowas einfach nie mehr möglich wäre an deutschen Schulen. Ich mag generell die Montage im Projekt nicht mehr besonders. Am Anfang war es noch ganz amüsant zu sehen, wie die Schüler verzweifelt versuchen ihr auswendig gelerntes Gebet im wahrsten Sinne des Wortes runter zu beten und anschließend ohne großen Erfolg stramm stehend die Hymnen mitzusummen. Doch mittlerweile langweilt mich das ziemlich und ich finde es irgendwie unnötig die Kinder mit gehirnwäscheähnlichen Methoden jeden Montag wieder daran zu erinnern, dass sie die Zukunft Ecuadors sind, stolz auf ihr Land zu sein haben und ihren Eltern dafür danken sollen, dass diese für sie zahlen, damit aus ihnen etwas wird. Außerdem geht es den Kindern jeden Montag aufs Neue „bien, bien, superbien, ratatatata…“ Was sie genauso wenig glauben wie alle Eltern und Lehrer drumherum.

Eine positive Entwicklung, die mit dem Projekt zu tun hat und eigentlich über die Abneigung der montäglichen Parade hinweg blicken lässt, ist, dass ich mit Cecilia, die ja auch an meiner Schule Lehrerin ist, eine Art Methodenplan ausgearbeitet habe, mit der ich weniger unvorbereitet in den Unterricht gehe und gleichzeitig einiges an „rumplanen“ spare, sprich Zeit und Arbeit. Die Kinder jedoch, so die Idee, lernen den Stoff besser und haben Spaß daran. Klingt gut, ist es auch. Mit dem Plan war Catherine, meine „Mitlehrerin“ auch einverstanden, vielleicht hat sie auch gemerkt, dass wir recht planlos unterrichten. Da sie dann letzte Woche drei Tage krank war konnte ich gleich mal schauen, wie ich die Methode alleine durchsetzen kann und ich bin der Meinung es hat recht gut geklappt. Zudem konnte ich mein „mit nerviger Stimme für Ruhe sorgen wollen es aber nicht schaffen mitmach Image“, weil ich ihr während der Stunde nicht in den Rücken fallen will,  ein wenig loswerden und bin beliebter bei den Kids.

Dann haben Moritz und ich es endlich geschafft die erste Stunde Fußball-AG, die zuvor von den Ausnahmezuständen verhindert wurde, zu organisieren. Leider wollen die Mädels, die sich dafür angemeldet haben lieber mit den Jungs flirten und die Jungs ohne Rücksicht rumbolzen, wobei die flirtenden niñas im Weg stehen, weshalb die niños nicht mit ihnen spielen wollen. Irgendwo verständlich. Ich denke wir müssen eine Mädchen- und eine Jungenmannschaft bilden, die wir an unterschiedlichen Tagen trainieren. Dann ist die Gruppe erstens zu handeln und zweitens gibt’s kein vorpubertäres Balzverhalten mehr =)

Genug zum Schulalltag, nach dem ich jetzt wieder regelmäßig Sport mache, und ab zum Leben danach, bzw. am Wochenende…

Ich hab es langsam satt kein richtiges Hobby zu haben. Selbst wenn ich nach der letzten Stunde mit Moritz laufen gehe nach Hause komme und esse ist es gerade einmal 4-5 Uhr. Dann könnte ich mich ca. eine halbe Stunde über das ständig unterbrochene W-LAN aufregen, Tagebuch schreiben, eine Folge Scrubs auf deutsch gucken, einen Kaffee trinken und dann langsam zu Bett gehen. Das stellt mich aber alles nicht so ganz zufrieden. In die Stadt zu fahren um sich mit anderen zu treffen lohnt sich gegen 17 Uhr auch nicht mehr, weil es dunkel ist, wenn ich dort angekommen bin und man nicht so gerne abends um 9 alleine eine Stunde im Bus sitzt und noch durch dunkle Gassen laufen muss um umzusteigen. Sprich ich langweile mich ein wenig am Nachmittag. Die Fußballmannschaften in die ich vom Niveau her gehen könnte trainieren unter der Woche nicht sondern spielen nur am Wochenende. An denen möchte ich aber gerne Verreisen.

Damit wären wir beim nächsten Punkt der Veränderung, ich habe keine Lust mehr auf die Mariscal-Feier-Abende. Deswegen wird jetzt jedes Wochenende was Gescheites unternommen =).

Geklärt ist das Hobby-Thema damit aber immer noch nicht. Das mir im Moment vorschwebende Projekt wäre ein Auto zu kaufen, an dem man dann (wohl größtenteils mit Moritz) dran rumbasteln könnte, bis es cooler aussieht. Doch irgendwie scheint sein Argument, dass es ein recht teures Hobby wird und es billiger ist mit dem öffentlichen Bus zu fahren recht überzeugend zu sein. Zumindest für ihn, denn wir haben es im Prinzip wieder abgeschrieben…Aber mit Ciko ist was Busch, was ich aus Grund der Angst vorm Scheitern aber noch nicht Preis geben möchte:P

Ich gehe fest davon aus, dass diese Veränderungsbewegung nicht allzu schnell abebbt, also werde ich hier bestimmt weiterhin eine spannende Zeit haben

Einige Visualisierungen meiner aufgelisteten Themen sind am Start:

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Samstagsspaziergang


Wie versprochen hier jetzt ein kleiner Bericht zum vergangenen Wochenende…

Der Ausflug zum Teleferiqo, der Berg und Seilbahnstation, die auf 4100 Meter Höhe des Pinchinchas, dem Hausberg/ Vulkan Quitos, führt, sollte eigentlich schon am vorletzten Wochenende stattfinden. Doch zum Einen hatten einige ihre Censos nicht dabei, was bedeutet hätte, dass man das doppelte bezahlt (8$ nochwas) und zum Anderen waren Ciko und ich erst ca 2 Stunden nach dem verabredeten Treffen angekommen, da wir es vorzogen aus Kostengründen, da wir ein Talent dafür haben uns Taxifahrer auszusuchen, die uns über den Tisch ziehen, bzw. kein Verhandlungsgeschick haben, zu Fuß zur „Talstation“ zu laufen. Als wir dann auf unsere total entnervte Restgruppe trafen hatte sich das Wetter so zum schlechten entwickelt, dass wir es vorzogen nicht in die Gondel zu steigen, da wir sonst nur in die Wolken hinein gefahren wären.

So wurde also der Ausflug auf das vergangene Wochenende verschoben und zwar so früh am Vormittag, dass es gar kein schlechtes Wetter geben konnte. Denn in Quito verlief der Tag wettermäßig in 85,382% der Fälle wie folgt: Morgens gegen 6 Uhr kommt die Sonne raus, die Scheiben sind noch leicht beschlagen von der kalten Nacht, im Laufe des Vormittags bleibt es meist sonnig, wenn man in der Sonne länger als eine Stunde verharrt, bekommt man einen Sonnenbrand. Gegen Mittag bilden sich leichte Schleierwolken und gegen 2 Uhr sind auch teilweise dickere Wolken in gräulicher Färbung zu erkennen. Um ungefähr 4 bis 5 Uhr zieht es sich dann so zu, das man sich freut wenn einige dieser extremen Sonnenstrahlen durchkommt und gegen halb 7 spätestens fängt es an zu dämmern. Abends entleeren sich die aufgekommenen Wolken gerne einmal.

Nach diesem kleinen meteorologischen Exkurs zurück zur Sache: Wir trafen uns gegen 10 Uhr an der Station und fuhren mit einer ca 10 Mann und Frau starken Gruppe in Gondeln hoch. Unten jedoch überrumpelten uns zwei Gringoreporter die ganz viele Fotos von uns schossen und ganz viele Fragen stellten. Die beiden wurden dann noch von uns zum Gruppenfoto schießen missbraucht, wurden danach aber irgendwie lästig. Wir konnten sie dann abschütteln als sie merkten, dass wir wirklich vor hatten zumindest einen Teil des Weges zum Gipfel an diesem Tag noch zurück zu legen. Dies schien gar nicht in ihr Zeitbudget zu passen und sie machten sich auf den Weg in die Redaktion. Jedoch nicht ohne unsere E-mail Adressen einzusacken, damit wir ihnen einen Report über unser Freiwilligenleben in Quito zur Verfügung stellen.

Nach kurzer Zeit laufen merkten wir, dass wir unterschiedliche Fitnessstände oder Interessen für den restlichen Tag hatten und trennten uns mehr oder weniger in eine Wandergruppe, die zum Ziel hatte den Gipfel vor dem „Todesnebel“, der laut Panikmachern um 1 Uhr aufzieht, zu erreichen und einer Chillergruppe, die es vorzog im Gras zu faulenzen.

Ich gehörte zur Wander/ Klettergruppe und hab es überlebt erst um 4 Uhr wieder an der Talstation anzukommen. Ich muss aber zugeben, dass es als wir gegen 2 Uhr auf dem Gipfel waren wirklich von weiter weg nebelig wurde und wir auch ein Donnergrummeln gehört haben. Bis 3, halb 4 konnte man aber auch auf dem Gipfel wohl noch ausreichend sehen, so dass man nicht nicht mehr zurück finden konnte und somit erfrieren musste.

Die Tour war wirklich enorm kräftezehrend, hat sich aber voll und ganz gelohnt.

Warum seht ihr hier:

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Projektalltag


Schönen, guten Tag allerseits!

Da ich nun schon seit einer Woche im Projekt arbeite, bzw. Zeit verbringe, behaupte ich einfach mal, ich könne behaupten wie mein tägliches Leben bis ca 3 Uhr, wenn ich wieder zu Hause bin, verläuft.

Ich muss das nächste Jahr so wie die letzte Woche Montags bis Freitags zwischen 5 Uhr und 5.30Uhr (Ortszeit versteht sich) aufstehen. Wenn es 5.30Uhr wird hab ich aber schon ein Problem rechtzeitig zusammen mit Cecilia, meiner Gastmutter noch einen Bus zu erwischen, obwohl ich unter der Dusche auf Grund der niedrigen Temperatur nur ca 4 Minuten brauche. Der Vorteil daran ist aber, dass ich dann hellwach bin, so dass ich mir meinen Kaffee und mein Brötchen in Ruhe reinschlingen kann…

Gegen 6.15 Uhr müssen wir dann spätestens aus dem Haus und laufen ca 3 Minuten bis zu Parada, bzw. einer Straße an der es kein Problem ist den Bus anzuhalten, wenn er nicht gerade bis zum erbrechen voll ist.
Dort nehmen wir dann den Bus, der zum nächst größeren Busbahnhof, la Ofelia, fährt.

Dort müssen wir aus dem Bus springen um eine geringe Chance zu haben im Gedränge in den Bus zu kommen, der nach Carapungo fährt. Das dauert dann noch ca eine halbe Stunde und wir kommen so gegen 10 nach 7 an der Schule an um einzustempeln, dass wir anwesend sind.

Die ersten Tage war unsere Anwesendheit relativ unwichtig, da wir nur an die Erstklässler, die am Montag Einschulung hatten und dann am Dienstag an alle anderen Caramelitos verteilt haben. Mortiz durfte das ganze in einem Katzenkostüm machen.

Nachdem die Kinder gegen halb 11 spätestens wieder das Gelände verlassen durften haben wir dann wahlweise bunte Tiere aus Moosgummie gebastelt oder uns in die Sonne gefläzt, weil es nix zu tun gab. Am Dienstag war die Langeweile noch größer, denn wir mussten bis halb 1 ausharren um mit dem Kollegium ein Almuerzo einzunehmen.

Das Nichtstun hatte dann aber mit der Ankunft aller Klassen ( 1- 7) am Mittwoch ein Ende. Ich unterrichte seitdem jeden Tag die Klassen 2a, 2b, 3a, 3b, 4a und 4b in Englisch mit einer „Lehrerin“ namens Catherin, die max. zwei Jahre älter ist als ich und demnach  nicht mal ein abgeschlossenes Studium haben kann. Bis auf die 2ten Klassen klappt unsere Zusammenarbeit aber recht gut. Ab Montag wird dann noch zwei Mal in der Woche ein Sportunterricht für die 7ten Klassen dazukommen. Außerdem hat mir Luis, der Leiter des Projekts aufgetragen doch bitte eine Fußball – AG einzurichten, „damit wir alle anderen Schulen schlagen können“. Dazu habe ich mich dann auch bereit erklärt.

Da wir jeden Tag im Schnitt zwei Freistunden haben, planen wir in denen den Unterricht des nächsten Tages.

Gegen halb 2 fangen wir dann meistens an auszustempeln, warten dann noch auf Cecilia, die immer etwas länger braucht, weil sie eine gesonderte Position in der Schule hat. Welche weiß ich auch nicht genau. gegen viertel vor 2 mache ich mich dann mit Cecilia wieder auf den weg zu Ofelia und von dort nach Hause, wo wir dann wie oben schon erwähnt gegen 3 eintrudeln. Dann gibts Mittagessen und  ich habe den restlichen Tag zur freien Verfügung. In dieser Zeit will ich demnächst 2- 3 mal die Woche mit Moritz in einen Golfpark einbrechen um dort zu laufen. Es gibt sonst leider nur die dreispurige Autobahn vor der Haustür oder einen kleinen Bolzplatz wo man seine Runden drehen kann, darauf haben wir aber beide nur mäßig Lust. Alles weitere wird sich in den kommenden Wochen rausstellen.

Bis dahin halte ich euch mit Wochenendberichten bei Laune 🙂

Hier nun ein par bildliche Eindrücke meiner Schule:

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